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Club 1889: Auffrischung des «Filisurer-Stübli»

EINWEIHUNGSFAHRT

Am 25.4.2019 war die Einweihungsfahrt für den B 2138 von 1903, besser bekannt unter dem Namen ‹Filisurer-Stübli›. Die erste Fahrt nach der umfangreichen Auffrischung im März/April wurde mit Fleischplatten und Wein zwischen Samedan und Pontresina gefeiert. Der Wagen glänzt aussen und innen wieder, wobei am Holz die weit über 100jährige Wagengeschichte ablesbar bleibt – beste Bündner Kulturbahn. Allen beteiligten Freiwilligen vom Club 1889, der Rhätischn Bahn, unseren Gönnern und nicht zuletzt Armin Brüngger als Projektleiter gebührt ein grosser Dank für diese tolle Arbeit!

TAG ZEHN

Nach Ostern, am 23.4.2019, gingen die Arbeiten wieder los. Die Fenster, welche nicht zu öffnen sind, wurden mit Silikon abgedichtet, der Boden ein zweites Mal eingeölt, die originalen Fensterrahmen angeschraubt und natürlich das gesamt Mobiliar wieder montiert. Letzte Pinselstriche durften natürlich auch nicht fehlen.

TAG NEUN

Am 17.4.2019 kann die «neuntägige Intensiv-Arbeitswoche» abgeschlossen werden. Alle Bauteile des «Filisurer-Stübli» sind fertig überholt. Theo hat den gesamten Wagenboden wie versprochen eingeölt, dieser kann nun ruhig über Ostern austrocknen. Wenn wir schon bei Ostern sind: Unsere «liebe Tante vom Bodensee» hat zur sehr grossen Freude der Clubmitglieder prompt am letzten Tag des Gruppeneinsatzes den Osterhasen nach Samedan vorbeigeschickt und den Auffrischern und der Küchenmannschaft je ein feines, süsses Säcklein überbringen lassen. Danke, Vreni! Hoffen wir, dass sich auch der Osterhase ans Zutrittsverbot in den Wagen hält und nicht etwa seine Hoppelspuren hinterlässt . . .

TAG SIEBEN UND ACHT

16.4.2019: Nun steigt die Motivation wieder in der Gruppe. Nach tagelangen Schleif- und Lackierarbeiten haben nun die Montagearbeiten begonnen – endlich werden Resultate sichtbar! Das Täfer konnte zu grossen Teilen wieder angeschraubt werden. Einiges vom Täfer musste ersetzt werden, weil es rissig war. Besonders schön ist der Kontrast zwischen hellem Täfer und dem dunkleren Holz der (zumeist originalen) Kastenkonstruktion. Die Spuren bzw. die «Patina» der 116jährigen Wagengeschichte bleiben an vielen Stellen sichtbar. Der Boden wird nächstens von Hand eingehölt und muss 72 Stunden lang austrocknen. Das soll über die Ostertage geschehen.

TAG FÜNF UND SECHS

Etwas Müdigkeit hat sich am 13.4.2019 in der Truppe breitgemacht in den letzten zwei Tagen der Intensiv-Arbeitswoche. Die Arbeiten wurden nicht ganz fertig, deshalb wird auch die nächste Woche am «Filisurer-Stübli» weiter gearbeitet werden. Aber Projektleiter Armin Brüngger ist sehr zufrieden mit der Leistung seiner Freiwilligen, so lobte er auch die ausgezeichnete Küche, die nicht ganz unwesentlich für die Motivation verantwortlich ist. Etwas wehmütig nehmen die Freiwilligen Abschied von den sehr fleissigen Helfern Hans und Horst, welche wieder in ihre Heimat nach Deutschland zurückgereist sind.

TAG VIER

Auch am 11.4.2019 wurde wieder gekrampft, geschliffen, geschraubt, poliert, ersetzt, lackiert, montiert. Erfolge lassen nur im Verborgenen ausmachen, für den Laien sind wenige sichtbar, da die Endmontage aller Teile erst noch erfolgen muss. Trotzdem hält die Truppe motiviert durch; evtl. müssen einzelne Freiwillige in die Verlängerung.

TAG DREI

Am 10.4.2019 hat Armin Brüngger die Freiwilligen beim geselligen Mittagessen fotografiert und bei Arbeitsschluss ein Gruppenfoto geschossen, weil grad alle so schön beieinander waren. Es ist eine geballte Ladung an Women- bzw. Manpower! Mit dem Baufortschritt sind alle zufrieden. Heute konnte unter anderem der Alternator fertig montiert werden.

TAG ZWEI

Bereits am zweiten Tag der «Filisurer-Stübli»-Restaurierung am 9.4.2019 bildeten sich Zweierteams, die spezielle Aufgaben mit perfekter Arbeitsteilung übernommen haben:

  • Gian Luzi und Karl Gähwiler überholen die Wagentüren
  • Werner Christoffel und Martin Pfister kämpfen mit den Fensterrahmen
  • Hans Stumpf und sein Kollege Horst Heinzelbecker bereiten den Alternator zur Stromproduktion auf (sind extra aus Deutschland angereist)
  • Rolf Linder, Dumeng Stuppan und Damian Dorizzi kümmern sich um die Elektrik
  • Rico Florin, Pia Roner und Erika Hirschi kochen für die Mannschaft
  • Schreiner Hans Gartmann hat Seitenwände und Bänke zu sich in seine Schreinerei nach Lunden im Prättigau genommen und arbeitet sie da auf, damit er nicht jeden Tag die doch relativ weite Reise ins Engadin unter die Räder nehmen muss
  • Clubrevisor Hans Peter Pitschi poliert die Tür-Messingschlösser und schaut, dass sie wieder tadellos funktionieren
  • Zimmermann Theo Hirschi koordiniert die Holzarbeiten,
  • Projektleiter und Vizepräsident Armin Brüngger koordiniert alles und hilft, wo er kann
  • Der selbständige Dekorationsmaler Lorenzo Buzzetti aus Samedan hat bereits die Decke wieder weiss gestrichen

TAG EINS

8.4.2019: Der erste Arbeitstag im Depot Samedan ging erfolgreich über die Bühne. Ein kleiner Motivationsschub: Eine allseits bekannte und liebe Frau vom Bodensee hat heute für die Clubmannschaft einen schönen Geldbetrag für das Mittagessen gesponsert, welche die Clubfrauen Erika und Pia zusammen mit Koch Rico während der ganzen Arbeitswoche selber zubereiten. Die Stimmung ist hervorragend, erste Schleifarbeiten wurden bereits ausgeführt. Besonders die Fensterrahmen sind aber in einem «himmeltraurigen Zustand», wie man hört.

VORBEREITUNGSARBEITEN

Februar bis 7. April 2019

16 Jahren Einsatz in Dampf- und anderen Nostalgiezügen sowie der jahrelange Stand im Freien bei Regen und Schnee haben beim «Filisurer-Stübli» B 2138 von 1903 grosse Spuren hinterlassen. Weil der Wagen anfangs September am Stadtfest «Schliere lacht» teilnehmen soll, hat Projektleiter Armin Brüngger beschlossen, den Wagen wieder auf Vordermann zu bringen.

Der B 2138 neu lackiert und beschriftet
Der B 2138 neu lackiert und beschriftet

Anfangs März wurde der Wagen von Samedan in die HW überführt, wo eine Pufferfeder ausgewechselt werden musste. Die Rhätischen Bahn hat den Wagen neu gestrichen sowie neu beschriftet und Ende März wieder nach Samedan überstellt.

Am Dienstag, 2. April wurde im Depot Samedan damit begonnen, den Alternator zur Stromproduktion zu erneuern und einen zweiten Batteriekasten zu erstellen. Dazu wurden die zwei Türflügel eines historischen Batteriekastens verwendet und ein neuer Holzkasten erstellt. Ebenfalls wurden zwei neue Batterien beschafft.

Bereits früher hat Armin Brüngger die Pläne für neue Heizungsabdeckbleche gezeichnet und diese bestellt. Sie wurden mit einem braunen Anstrich versehen. Die alten waren besonders auf der Gangseite ziemlich «eingetreten».

Anfangs April wurde der Arbeitsplatz vom Club 1889 im Depot Samedan so hergerichtet, dass genügend Bearbeitungsflächen zur Verfügung stehen, damit während der Arbeitswoche die 14 Freiwilligen Platz für ihre Arbeiten haben; aber auch für das Mittagessen.